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Echte Helden naschen keinen Zucker

David Herzmann greift in eine Tüte und fischt eine braune Kugel heraus. Kaum hat der 32-Jährige den ersten Snackball mit einem Happs verzehrt, nimmt er sich auch schon den nächsten. Kerstin Herzmann sitzt neben ihrem Mann. Auch sie hält eine Tüte in der Hand. Die Duisburgerin nascht kleine Kugeln, die mit Kokos umhüllt sind. „Da bekomme ich beim Essen kein schlechtes Gewissen“, sagt die 31-Jährige. Kerstin Herzmann weiß, dass in der Kugel gesunde Inhaltsstoffe stecken. Schließlich hat sie gemeinsam mit ihrem Mann das Rezept entwickelt.

Gesunde Zutaten statt Chemie

Das Duisburger Ehepaar macht sein eigenes Nasch-Ding – und hat dafür das Startup Snackhelden gegründet. Industriezucker kommt Kerstin und David Herzmann dabei nicht in die Tüte. Anstatt zu Chips oder Schokoladenriegel greifen sie zu Snackbällchen, deren Basis aus einer Dattelpaste und Hafermehl besteht. Bei der Sorte „Hazelnut & Berry“ stehen zudem Süßkartoffelmehl, Cranberries und Himbeeren auf der Zutatenliste. Für „Choc & Seeds“ verwenden die beiden Erdnussmus und Leinsamen. Und in der neuesten Variante mit dem Namen „Kokos & Cashew“ stecken, na klar, Kokosflocken und Cashewkerne. Dagegen fehlen in den Produkten Inhaltsstoffe, die nach Chemie klingen.

Die Basis der Snackbällchen besteht aus Dattelpaste und Hafermehl.

Dass die beiden bewusst naschen, ist auch in ihren Familiengeschichten begründet. Beide Väter sind an Typ-2-Diabetes erkrankt. „Wer sich in jungen Jahren gesund ernährt, kann im Alter davon verschont bleiben“, erklärt David Herzmann. Deshalb stand er mit seiner Partnerin oft in der Küche, rührte Zutaten zusammen und entwickelte eigene Snackrezepte.

Gut vorbereitet für den Startschuss

Weil es den Test-Essern aus dem Freundeskreis auch gut schmeckte, kamen die beiden Duisburger auf die Idee, ihre eigenen Produkte herauszubringen. Das nötige Fachwissen für eine Gründung war vorhanden. David Herzmann hat nach seinem Studium im Bereich „International Business Administration“ Erfahrungen im Bereich Online-Marketing gesammelt. Seine Frau baut Partnerschaften für ein Media-Agenturnetzwerk auf. Diese Kenntnisse, gepaart mit der gemeinsamen Leidenschaft fürs Snacken, sollten für den wirtschaftlichen Erfolg sorgen.

Doch seit der Gründung im Jahr 2020 mussten die beiden auch schon erleben, wie schwierig Unternehmertum sein kann. Kerstin Herzmann erinnert sich an den Tag, an dem ein Transporter mit Snackhelden- Ware nicht bei einem Supermarkt ausliefern durfte.

„Wir hatten im Vorfeld alles geklärt, doch dann hat es für den Besitzer nicht mehr in den Zeitplan gepasst“, erklärt die Gründerin. Die Sorge bestand, dass ihr Mann und sie auf den Kosten sitzen bleiben würden. Letztendlich fand die Auslieferung doch statt, die Packungen kamen in die Regale.

„Da bekomme ich beim Essen kein schlechtes Gewissen.“

Kerstin Herzmann

Und doch hat die Anekdote die beiden Jungunternehmer zum Nachdenken gebracht. „Wir haben uns in der Anfangsphase sehr auf den Handel konzentriert“, gibt David Herzmann zu. „Dabei ist die Gastronomie ein sehr guter Hebel, um am Markt Fuß zu fassen.“ In der Branche läuft es für ihn und seine Frau gut. Immer mehr Mensen, Cafés und Restaurants bieten die Kugeln aus Duisburg an – und sorgen damit für Wachstum bei den Snackhelden.

Klimapositiv

Auf den Verpackungen der Produkte prangt das Label „Klimapositive Landwirtschaft“. Das bedeutet, dass die Snackhelden durch eine Partnerschaft mit Landwirtschaftsexperten die regenerative Landwirtschaft unterstützen. Weitere Informationen gibt es unter: snackhelden.de

Hat das Start-up im Jahr 2021 noch 600 Kilogramm seiner Produkte verkauft, war es 2022 schon die dreifache Menge. Das Logistikunternehmen Elandia musste für das Duisburger Start-up mehr Platz in seiner Lagerhalle freiräumen. Kerstin und David Herzmann haben den Partner in der Stadt Wassenberg gefunden, rund eine Autostunde von ihrem Zuhause entfernt. Der Hersteller der kleinen Kugel hat seinen Sitz in der Nähe im niederrheinischen Kempen.

David und Kerstin Herzmann freuen sich auf ihre Snackhelden-Reise.
Für die Tüten gönnten sich die Snackhelden ein neues Design.

„Irgendwann wollen wir unser eigenes Café führen. Und auf der Speisekarte sollen lauter Snackhelden- Produkte stehen.“

David Herzmann

Die Snackhelden wollen die Transportwege kurz halten – ganz im Sinne ihrer Firmenphilosophie. „Meiner Meinung nach sollte sich jedes produzierende Unternehmen nachhaltig engagieren“, sagt Kerstin Herzmann und ihr Mann ergänzt: „Wir wollen mit unseren Snacks nicht das Gleichgewicht unserer Welt durcheinanderbringen.“

Ein großer Traum

Was David Herzmann hingegen möchte, ist für frischen Wind in der Gastronomie zu sorgen. Seine Frau und er haben noch einen großen Traum: „Irgendwann wollen wir unser eigenes Café führen. Und auf der Speisekarte sollen lauter Snackhelden-Produkte stehen.“

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