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Erinnerungskultur stärken

Ausgezeichnet für Solidarität: Burak Yilmaz

Es war nach dem Abitur. Burak Yilmaz wollte das Ende der Schulzeit in der Disco feiern, zeigte dem Türsteher seinen deutschen Personalausweis und wurde abgewiesen. „Heute keine Ausländer“, sagte der. Später schimpften Spieler „Du Jude“, wenn Yilmaz, der Muslim, als Schiedsrichter auf dem Fußballplatz eine unliebsame Entscheidung traf.


Antisemitismus und Ausgrenzung gehen oft Hand in Hand. Burak Yilmaz, der als Sohn türkischer Eltern in Hamborn aufwuchs, hat das am eigenen Leib erfahren. Seit 2012 engagiert sich der Pädagoge für das Projekt 
„Junge Muslime in Auschwitz“, in dem Jugendliche über den Holocaust, Antisemitismus und den Nahostkonflikt sprechen, das ehemalige Konzen- trationslager besuchen und ihre Eindrücke in einem Theaterstück verarbei-ten. Für sein Engagement im Bereich Erinnerungskultur hat Yilmaz 2018 das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Burak Yilmaz engagiert unter anderem für das Projekt „Junge Muslime in Auschwitz“,

Wer bin ich und wo komme ich her? Bin ich Deutscher? Türke? „Fast alle Jugendlichen, mit denen ich arbeite, haben einen deutschen Pass, werden aber selten als Deutsche wahrgenommen“, sagt der 32-Jährige. „Diese Ausgrenzungserfahrung bietet wenig Identifikationsfläche.“ Deshalb sei  es wichtig, den Horizont der jungen Erwachsenen zu erweitern. „Das ist für mich Solidarität: die Gesellschaft aus einer Perspektive zu sehen, die man nicht kennt“, sagt er.

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