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Wenn die Farben tanzen

Der Landschaftspark Duisburg-Nord setzt in seiner Kraftzentrale auf LED-Technik. Was für Effekte damit erzielt werden können, zeigen die Elektrotechniker Uwe Helle und Holger Döring-Valler bei einer Show

Uwe Helle betritt die Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord und blickt in eine dunkle Halle. Er geht zur Wand, drückt den Lichtschalter und knipst so die Deckenleuchten an. Es ist ein kleiner Handgriff, den jeder Mensch täglich in seinem Zuhause macht. Doch in der Kraftzentrale ist mehr möglich als nur hell und dunkel. „Jetzt zeigen wir mal, was wir zu bieten haben“, sagt Holger Döring-Valler, Elektrotechniker der Bauhütte im Landschaftspark. Sein Kollege Uwe Helle geht wieder zum Schalter und startet eine faszinierende Lichtershow.

Im hinteren Teil der 170 Meter langen Halle gehen die ersten Lampen an, es wird heller und dann wieder dunkler. Der Betrachter taucht in eine Farbenwelt ein. Die Kranbrücke in der Kraftzentrale nimmt eine rote Farbe an. An den Dekofahnen steigen violette Lichtsäulen empor. Und die Deckenbeleuchtung wechselt von Blau zu Gelb und Grün. Zum Finale entstehen sechs Figuren in Regenbogenfarben, die an einer Wand tanzen.

Nach drei Minuten endet die Show. Helle schaltet das normale Deckenlicht wieder an und blickt in verblüffte Gesichter der Gäste. Holger Döring-Valler grinst stattdessen. Er hat die sogenannte Marketingshow entwickelt. „Es hat Spaß gemacht, mit den ganzen Farben zu spielen“, sagt der 46-Jährige. Wer die Kraftzentrale für eine Veranstaltung nutzen will, kann sich während der Show überzeugen, was an Lichteffekten möglich ist. Dort, wo früher Großmaschinen die Hochöfen versorgten, treten jetzt Bands beim Traumzeit-Festival auf. Sogar die „Ninja Warriors“ von RTL kämpfen sich in der Kraftzentrale durch den Hindernis-Parcours. Und auch die Messe „Spiel doch!“ hat ihren Platz in der Großhalle gefunden.

Die Kranbrücke in der Kraftzentrale nimmt auf Knopfdruck eine rote Farbe an.

Alle Veranstaltungen brauchen Licht. Die einen mögen es knallig, die anderen eher dezent. Ab Ende 2018 stellte der Landschaftspark daher auf eine neue Technik um. Seit dem Abschluss der Modernisierung befinden sich 280 LED-Lampen und 200 LED-Lichtlinien in dem Raum. Und mit diesen lässt sich spielen. „Früher haben wir zig Farbfilter vor die Lampen gesetzt, um Effekte zu erzielen“, sagt Döring-Valler. „Heute lässt sich jedes Element einzeln ansteuern, und das bietet unendlich viele Möglichkeiten.“ Uwe Helle zeigt im Regieraum, wie es geht. Der 27-Jährige nimmt sich ein Tablet und berührt einen Regler. Sofort ändert sich in einer Ecke die Farbe – aus Rot wird Blau.

Der Landschaftspark hat die neue Beleuchtung aber nicht nur angeschafft, um damit schöne Effekte an die Wände zu zaubern. Es ging in erster Linie auch darum, Energie einzusparen. „Wir konnten die erforderliche elektrische Leistung um rund 60 Prozent reduzieren“, betont Döring-Valler.

Uwe Helle und Holger Döring-Valler in der farbig illuminierten Kraftzentrale.

Die Themen Licht und Farbe spielen aber nicht nur in der Kraftzentrale eine Rolle. Der berühmte britische Künstler Jonathan Park hat für den kompletten Landschaftspark Duisburg-Nord eine Installation konzipiert, die weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Besucher können jeden Freitag, Samstag, Sonntag, an Feiertagen und an Vorabenden von Feiertagen das komplette Programm in Meiderich erleben. Bei Einbruch der Dunkelheit leuchtet das stillgelegte Hüttenwerk in den Farben rot, grün und blau.

Uwe Helle kannte diese Lichtinstallation schon aus der Perspektive eines Gastes. Nun sorgt er selbst dafür, dass alles in Schuss ist. Seit rund einem Jahr arbeitet Helle im Landschaftspark. Wenn eine Lampe defekt ist, kümmert er sich um den Austausch. „Den Arbeitsplatz finde ich einfach klasse“, sagt der Elektrotechniker. „Dabei ist das Gelände so groß, dass ich fast jeden Tag etwas Neues entdecken kann.“ Nach Feierabend besucht er noch die Meisterschule. Helles Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Bereich der Lichttechnik. Sein Kollege Holger Döring-Valler drückt es anschaulich aus: „Überall, wo ein Kabel dranhängt, haben wir unsere Finger im Spiel.“

Uwe Helle (li.) zeigt im Regieraum, wie sich die einzelnen Leuchten ansteuern lassen.

Klar ist auch, dass den beiden das Zusammenspiel von Licht und Farbe besonders gut gefällt. Deswegen wollen sie noch eine Show zeigen. Diesmal heißt es „Feuer und Wasser“. Es geht also um zwei Elemente, die sinnbildlich für Duisburg stehen. Uwe Helle verdunkelt die Halle und startet das Programm. Rot und Blau dominieren nun die Kraftzentrale, die Farben tauchen an allen Ecken auf und verschwinden wieder. Uwe Helle und Holger Döring-Valler gucken andächtig in den Raum hinein. An ihren Lichtshows können sie sich nicht sattsehen. 

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